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28/06 2013

Kirchen und Thierse fordern Einstellung des Strafverfahrens gegen Lothar König

Kirchliche Initiativen fordern gemeinsam mit BundestagsvizepräsidentenWolfgang Thierse (SPD) die sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Jugendpfarrer Lothar König. Der Jugendpfarrer steht derzeit in Dresden vor Gericht, weil er sich 2011 an den Protesten gegen den jährlichen Naziaufmarsch beteiligt hat.

„Ein wichtiges Zeichen der Ermutigung für alle, die kirchlich oder zivilgesellschaftlich gegen Neonazis aktiv sind“, sei die Verleihung des Thüringer Demokratiepreises vor zwei Wochen an Lothar König, betont Thierse. Mutiges Engagement gegen Rechtsextremismus sei für den Erhalt der Demokratie unentbehrlich.

Anlässlich des Starts einer bundesweiten Solidaritätskampagne kirchlicher Initiativen für den Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König findet am 1. Juli 2013 im Haus an der Kreuzkirche in Dresden eine Pressekonferenz mit Thierse, Pfarrer Lothar König, der brandenburgischen Pfarrerin Beatrix Spreng sowie Jutta Weduwen, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF) statt.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) haben eine Postkarteninitiative initiiert, mit der die Staatsanwaltschaft Dresden zur Einstellung des Strafverfahrens gegen Lothar König aufgefordert wird. Der Jenaer Stadtjugendpfarrer steht seit April 2013 in Dresden vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft dem 59-jährigen Theologen unter anderem „schweren Landfriedensbruch“ vor, weil er sich gemeinsam mit der Jungen Gemeinde Jena und vielen tausend anderen Demonstrant_innen an Protesten gegen einen Aufmarsch von rund 2.000 Neonazis am 19. Februar 2011 in Dresden beteiligt hatte.

Die Postkartenaktion zeigt die Vielfalt religiös motivierten Engagements gegen Rassismus und Neonazis. Sie porträtiert fünf Frauen und Männer aus unterschiedlichen evangelischen Landeskirchen, die wie Lothar König aufgrund ihres christlichen Glaubens für die Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten aktiv sind. Mit einer sechsten Postkarte, die an die Staatsanwaltschaft Dresden adressiert ist, wird die sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Lothar König und die Beendigung der Kriminalisierung kreativen Protests gegen Neonazis in Sachsen gefordert.

Stimmen der porträtierten Personen auf den Postkarten:

Monika Astrid Kittler, Religions- und Gemeindepädagogin in Frankfurt a.M. und Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland:
„Wir brauchen Orte, an denen wir Verachtung und Hass aussperren. Und wir brauchen Menschen wie Lothar König, die dafür auf die Straße gehen und zeigen, dass wir als Christinnen und Christen die Gastfreundschaft nicht vergessen dürfen.“
Pfarrer Curt Stauss, Beauftragter der EKD für Seelsorge und Beratung von Opfern der SED-Kirchenpolitik:
„Neonazis verachten ist keine Lösung. Ihnen zu widerstehen ist nötig. Dafür setze ich mich genauso wie Lothar König ein. Darum haben wir uns zu gewaltfreien Aktionen verpflichtet.“
Schwester Martina Steiniger, Mitglied im Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchengemeinde Regnitzlosau, Bayern:
„Ich will – so wie auch Stadtjugendpfarrer Lothar König in Jena – Mut machen, um für Toleranz und Demokratie Gesicht zu zeigen.“
Pfarrer Wilfried Manneke, Ev.-luth. Friedenskirche Unterlüß, Kirchenkreis Celle (Niedersachsen):
„Mir ist es so wie Lothar König wichtig, in unserer Region die Öffentlichkeit auf alle Neonazi-Aktivitäten aufmerksam zu machen und Bürgerinnen und Bürger zu bewegen, sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander zu setzen.“
Pfarrerin Beatrix Spreng, Evangelische Kirchengemeinde in Joachimsthal, Landkreis Barnim (Brandenburg):
„Ich bin stolz darauf, dass es in unserer Kirche Menschen wie Lothar König gibt, die den Jugendlichen nahe stehen und sie auf ihrem Weg zu mehr Menschenfreundlichkeit begleiten.“